Dienstag, 7. August 2012

Ausländer




Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Verlag: Baumhaus (Bastei Lübbe)
ISBN: 978-3833901256
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre

Kurzbeschreibung:
Berlin 1941. Mit dem Zug trifft der 14-jährige Peter in der Hauptstadt des deutschen Reiches ein. Der Waisenjunge ist in Polen aufgewachsen, doch er ist »Volksdeutscher«. Mit seinen blonden Haaren und den blauen Augen ist er der Inbegriff des propagierten arischen Ideals und kann daher problemlos an eine deutsche Nazifamilie vermittelt werden. Zunächst lebt er sich gut bei den Kaltenbachs ein und fühlt sich auch bei der Hitlerjugend sehr wohl. Doch als er sich in das mutige Mädchen Anna verliebt, hat er längst entschieden, dass er kein Nazi sein will. Gemeinsam helfen die beiden Juden, die sich in Berlin versteckt halten – und riskieren damit ihr Leben ...
(Quelle: amazon)


Mein Leseindruck:
Historische Bücher lese ich fast nie aber dieses Buch hat mich überaus angesprochen, und da es eine Geschichte für Jugendliche ist, dachte ich mir ist sie vermutlich nicht in Gänze so grausam erzählt. Im Grunde genommen ist es ja noch nicht lange her, als dieser so fürchterliche Krieg im eigenen Lande herrschte und man spürt somit, wie prächtig es einem in der heutigen Zeit geht.
Es liest sich locker weg, der Schreibstil von Paul Dowswell ist angenehm und man ist sofort mitten im Geschehen. Der Protagonist Paul- blond und blauäugig- ist ein liebenswerter und einfühlsamer Junge, den man sofort ins Herz schließt. Wohlbehütet wächst er als Volksdeutscher auf dem elterlichen Bauernhof in Polen auf, bis der Krieg auf grausamster Art und Weise sein Leben verändert. Er verliert seine geliebten Eltern, seinen treuen Hund und wird vom eigenen Hof fortgejagt. Nach kurzer Zeit im Waisenhaus, wo er fürchterlichen Hunger erleidet und zeitgleich seine Eltern vermisst, wird er an die deutsche Nazifamilie Kaltenbach vermittelt. Diese waren auf der Suche nach einem so arischen vorzeigbaren Jungen wie Paul. Er wird mit nach Deutschland genommen und lebt dort in der noblen Wohnung mit den drei wohlerzogenen und gefügsamen Töchtern der Kaltenbachs. Diese sind unüberbietbare Nationalsozialisten und leben ihre Liebe zum Führer in allen Angelegenheiten aus, selbst der Christbaum wird mit Hakenkreuzen behangen. Paul fügt sich aus Angst wieder ins Waisenhaus abgeschoben zu werden, aber offen gesagt fühlt er sich miserabel und hofft das dieses grausame Kriegstreiben bald endet und er seinen Hof in Polen wieder zurückbekommt.
Als er sich in das hübsche und entzückende Mädchen Anna verliebt wird er draufgängerischer und gemeinsam tun sie immer häufiger unerlaubte Dinge, sie haben Spaß. Ja, Spaß und Freude am Leben, sie hören klammheimlich Jazz und BBC und können deshalb für kurze Zeit alles Radikale um sie herum vergessen. Schließlich beginnt das junge Paar die Juden die in Berlin Unterschlupf gesucht haben mit Nahrungsmitteln und Arznei zu versorgen. Ein Spiel mit dem Leben!
Diese Geschichte muss man gelesen haben, sie erzählt unsere grausame Vergangenheit, die wir einfach nicht vergessen dürfen. Paul Dowswell hat es, gepaart mit einer jungen Liebe, in Worte gefasst, die gut für Teenager aber ebenso für die erwachsenen Leser geeignet ist. Ich werde noch lange an diese Erzählung denken müssen, allerdings mit feuchten Augen den Textabschnitte zum Lachen findet man in »Ausländer« absolut nicht.

Das Ganze war so schrecklich, dass ihm die Worte fehlten. Peter hielt sie fest an der Hand und schluckte mühsam. "Wie kann ich euch unterstützen?", fragte er. Seine Stimme klang tapferer, als er sich fühlte. (S. 206)

Fazit:
Enorm spannende Lektüre die bereits in acht Sprachen übersetzt wurde und auf der Auswahlliste zahlreicher Buchpreise steht. Bewunderer von »Der Junge im gestreiften Pyjama« sollten diesen Roman unbedingt lesen...und alle anderen auch!



Kommentare:

  1. Wow, wirklich tolle Rezi...
    Man merkt wirklich, dass dich das Buch berührt hat... Habs mal gleich auf meine Wunschliste gepackt :)
    Wünsche dir noch einen tollen Tag!

    AntwortenLöschen
  2. Oh,finde ich auch..
    Das Buch wäre mir an sich gar nicht aufgefallen, hätte ich es irgenndwo gesehen, aber es hört sich toll an :)
    Das will ich auch noch lesen :)

    AntwortenLöschen
  3. Von dem Buch hab ich noch nie was gehört- hört sich aber gut an ;)
    Liebe Grüße!

    AntwortenLöschen