Montag, 17. September 2012

Autoreninterview 11 Fragen an Andreas Winkelmann

Im Urlaub habe ich den neuesten Thriller von Andreas Winkelmann gelesen und ich war abermals total von seiner Schreibkunst begeistert. Die Rezension von Wassermanns Zorn könnt ihr hier nachlesen. Ich möchte mich bei Andreas Winkelmann ganz herzlich bedanken, dass er zugestimmt hat, und meine Fragen die ich ihm gestellt habe ausführlich und aufschlussreich beantwortet hat. Ich persönlich finde seine Antwort auf meine 9.Frage großartig ich und kann ihm da nur beipflichten.
Hier könnt ihr euch ein Bild vom Thriller Autor machen:
 
 
Ein Besuch auf seiner Hompage ist lohnenswert, dort findet ihr unter anderem auch seine Lesungstermine.
 
 


1. Würdest Du dich bitte einmal meinen Lesern vorstellen?
    Meine Name ist Andreas Winkelmann, ich bin 43 Jahre alt, verheiratet, Vater einer Tochter und von Beruf Schriftsteller. Nebenbei bin ich Outdoorfreak und begeisterter Bergsteiger. Ich habe eine abgründige, dunkle Fantasie, die ich liebend gern in meinen Büchern auslebe.
     
     
    2. In Wassermanns Zorn hast du ja eine sehr spezielle Form des Tötens für deinen Psychopathen ausgewählt, was hat dich dazu bewegt?
    Ich schreibe gern über Urängste und weiß natürlich, wie viele Menschen Angst vor dem Tod durch Ertrinken haben. Ich selbst ja auch. Und seit einem Nahtoderlebnis im Wasser, bei dem ich mich aus einer vom Körper losgelösten Perspektive tot an der Wasseroberfläche treiben sah, nagte der Gedanke an eine solche Geschichte in mir.
     
     
    3. Wird es eine Fortsetzung mit Kriminalhauptkommissar Stiffler und Manuela Sperling geben?
    Die Frage kann ich nicht beantworten, damit würde ich allen, die das Buch noch nicht gelesen haben, einen Teil der Spannung nehmen. Das wäre ja gemein, oder! 
 
    4. Wann wird dein nächstes Werk erscheinen und verrätst du uns ein klein wenig über die Handlung?
    Mein nächstes Buch im Wunderlich Verlag wird voraussichtlich im Herbst 2013 erscheinen. Zur Handlung sage ich noch nichts, ich bin schließlich ein Geheimniskrämer. Vorher wird im Sommerprogramm des Rowohlt-Verlags eine Neuauflage meines lange vergriffenen Erstlings „Der Gesang des Scherenschleifers“ erscheinen. Darüber bin ich sehr glücklich. Und dann gibt es Anfang 2013 noch das letzte Buch in Zusammenarbeit mit dem Goldmann Verlag. Höllental heißt es.
     
5. Wie lange schreibst du durchschnittlich an einem Buch? Setzt du dir, was das angeht, ein tages- oder Wochenpensum?
Ich schreibe durchschnittlich ein Jahr an einem Buch. Dieses Jahr gliedert sich in Rohfassung ( 3-4 Monate ), Pause, um den Text reifen zu lassen ( mind. 1 Monat ), erste und zweite Überarbeitung ( 2-3 Monate ) und die Lektoratsarbeit mit dem Verlag. Während der Rohfassung schreibe ich circa vier bis sechs Stunden am Tag. In der Überarbeitung kann es deutlich länger sein.
 
 
    6. Fertigst du vorher Lebensläufe der einzelnen Personen an? Wie detailliert sind diese, gehen sie bis hin zum Geburtsdatum, Leidenschaften etc.?
    Nein, ich fertige vorher keine Lebensläufe an. Genauso wenig habe ich einen detaillierten Plot, bevor ich mit dem Schreiben beginne. Ich habe eine Grundidee, eine Richtung. Davon lasse ich mich während des Schreibens leiten. Auf diese Art entwickeln sich auch meine Protagonisten. In der Rohfassung haben sie allen Spielraum, den sie brauchen, und für mich selbst bleibt das Schreiben spannend und hält Überraschungen parat. Das ist mir sehr wichtig.
     
 7. Wie hast du das Schreiben gelernt?
Durch das Lesen! Klingt banal, ist aber so. Seit meiner frühesten Jugend verschlinge ich Bücher. Wer gut schreiben will, der muss viel, sehr viel lesen. Ich habe die Techniken um Spannungsaufbau, Dramaturgie und lebendiger Personendarstellung geradezu inhaliert. Und dabei auch noch Spaß gehabt.
 
 
 8. Wie stark hat das Schreiben dich und dein Leben verändert?
Mich hat es gar nicht verändert. Ich tue immer noch mit Liebe und Leidenschaft das, was ich schon als Jugendlicher gern getan habe. Mein tägliches Leben hat sich aber schon verändert. Ich kann vom Schreiben leben, muss keinem Brotjob mehr nachgehen und habe daher viel größere Freiheiten als früher. Das ist sehr angenehm. Natürlich gibt es jetzt aber auch eine Erwartungshaltung von Seiten der Leser und des Verlags. Aber das ist in Ordnung, damit komme ich gut zurecht.
 
 
9. Welchen Thriller kannst du ganzheitlich empfehlen?
Ach, da gibt es so viele. Es gibt so viele tolle Autoren, die tolle Bücher schreiben. Ich bin auch kein Kleinkrämer, der sich lange mit kleinen Fehlern oder Unstimmigkeiten aufhält. Wenn mich ein Buch trotzdem fesseln kann, dann ist das in Ordnung. Leider habe ich festgestellt, dass sich heutzutage viele Leser das Abenteuer des Lesens von  Rezensionen verderben lassen. Meine Meinung: Nicht auf die Meinung anderer vertrauen, selbst lesen. Jeder entdeckt ein Buch auf seine Art und Weise, das hat mit Erfahrungen und Emotionen zu tun. So etwas Komplexes wie Lesen kann man nicht pauschalisieren.
 
 
10. Welches Buch liegt derzeit auf deinem Nachttisch?
 Im Angesicht des Bösen, von Axel Petermann und Bergsüchtig von Hans Kammerlander
 
 
11. Ein fantastischer Gedanke: Eine liebe Person schenkt dir ein ganzes Jahr, was wirst du mit der gewonnenen Zeit tun?
Ein Buch schreiben, über das ich schon eine Weile nachdenke, zu dem ich bisher aber nicht gekommen bin. Ein Jahr wäre dafür genau richtig.
 
 

1 Kommentar:

  1. Hallo, ein tolles Interview, das mich sehr neugierig auf das Buch gemacht hat. Das werde ich im Auge behalten! Ich habe Dir einen Award verliehen, schau mal vorbei :)

    http://buecher-schoeneneuewelt.blogspot.de/2012/09/noch-zwei-awards.html

    Viele Grüße!

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