Samstag, 27. April 2013

Autoren-Interview mit Ivonne Keller

Endlich gibt es mal wieder ein Autoren-Interview auf meinem Blog, und zwar ist heute Ivonne Keller bei mir. Eine Autorin, die der Grund war, warum ich auch mal einem eBook eine Chance gegeben habe. Und ich habe es nicht bereut, wie ihr in meiner Rezension nachlesen könnt. Liebe Ivonne ich bedanke mich herzlichst für dieses Interview, wünsche dir weiterhin viel Erfolg und hoffe, dass “Hirngespenster” bald in die Printausgabe geht.
Ivonne Keller

 Ein Besuch auf ihrer Homepage ist lohnenswert, dort findet ihr unter anderem auch ihre Lesungstermine.
Und hier meine 10 Fragen, die sie mir auf ihre sympathische Art und Weise beantwortet hat:
 

1.    Würdest Du dich bitte einmal meinen Lesern vorstellen? 
Zuerst mal danke für das Interview, Bianca – deine Fragen sind toll :-)
Was gibt es über mich zu sagen? Mein Name ist Ivonne Keller, ich bin verheiratet, Mutter von drei Söhnen, Personalerin bei einer Unternehmensberatung, Mitarbeiterin bei einem Handelsunternehmen und Autorin von Romanen und Kurzgeschichten. Das hört sich viel an und ist es auch. Aber der große Vorteil ist: Alles was ich tue, macht mir Spaß. Ich möchte nichts davon missen!

2.    Wo schreibst du am liebsten und wie sieht es dort so aus?

Ich schreibe überall – nur nicht am Schreibtisch. Da ich beruflich schon den ganzen Tag am Schreibtisch verbringe, mag ich das beim kreativen Schreiben nicht mehr. Ich schreibe auf dem Weg zur Arbeit in der S-Bahn (im Moment zum Beispiel :-) ), auf der Terrasse, auf dem Sofa, im Bett, im Wartezimmer, auf dem Spielplatz, auf meinem Sitzsack … schlichtweg überall, wo mein Laptop auf den Schoß passt.

3.    Wofür opferst du mehr Zeit, andere Bücher lesen oder eigene Ideen zu Papier bringen?
Auf jeden Fall fürs Schreiben. Und das ist kein Opfer. Ich schreibe, weil ich es liebe! Ich muss es ja nicht. Ich lese zwischen Schreibprojekten - dann auch ein paar Bücher hintereinander. Aber diese Phasen werden immer weniger, da ich inzwischen auch Anfragen für Anthologien bekomme. Na, und dann gibt es ja auch noch mein Privatleben, meine Familie und Freunde… Das Lesen kommt leider zu kurz.

4.    Wann wird dein nächstes Werk erscheinen und verrätst du uns ein kleinwenig über die Handlung?
Schwere Frage. Seitdem ich den ersten Roman veröffentlicht habe, habe ich einige Romanprojekte begonnen, von denen noch keines fertig ist. Ich habe momentan das Gefühl, ich müsste mich für ein Genre entscheiden. Und das blockiert mich ein wenig. So kommt es, dass ich gerade ein altes Werk überarbeite, von dem ich glaube, dass es Potenzial hat. Da ist vieles im Argen, aber es wird. Es ist ein Familienroman. Gleichzeitig arbeite ich an einem spannenden Roman um zwei beste Freundinnen, der eher zu Hirngespenster passt, als mein drittes Projekt, das mir am meisten Spaß macht: ein Chicklit-Roman. Ich muss beim Schreiben sehr viel lachen. Über die Handlungen verrate ich nichts. Sobald ich über meine Schreibprojekte spreche, oder sie gar akribisch plane, verlieren sie von ihrem Zauber. Um das zu vermeiden, schweige ich lieber. :-) Nicht mal mein Mann weiß, um was es geht. In diesem Jahr werden zwei Kurzgeschichten von mir in Anthologien veröffentlicht, aus denen ich ab Juni lesen werde. Darauf freue ich mich schon sehr. Ich liebe Lesungen!

5.    Wie lange schreibst du durchschnittlich an einem Buch? Setzt du dir, was das angeht, ein Tages- oder Wochenpensum?
An den letzten beiden Romanen, von denen ja nur einer veröffentlicht wurde, habe ich jeweils 8 Monate geschrieben und dann noch 2 mal überarbeitet. Wenn ich richtig in einem Projekt drin bin, versuche ich 1000-1500 Worte am Tag zu schaffen. Klappt oft, aber nicht immer. Manchmal kommt auch das Leben dazwischen. :-)

6.    Wie hast du das Schreiben gelernt?
Ich habe meinen ersten Roman aus einer Laune heraus angefangen und am Ende hatte er 650 Seiten. Danach dachte ich: Du könntest ja mal ein Schreibseminar machen. Das habe ich dann auch. Und festgestellt, dass ich jede Menge intuitiv richtig gemacht hatte, aber auch jede Menge falsch. Inzwischen sind von 650 Seiten 300 rausgeflogen. Und von diesen übrigen 350 Seiten muss jeder einzelne Satz überarbeitet werden. Es folgten weitere Seminare, bis ich „Hirngespenster“ anfing. Da wusste ich dann schon ein bisschen mehr über die Do’s and Don’ts. Außerdem habe ich etliche Fachbücher zum Thema Schreiben gelesen, die mich enorm weitergebracht haben. Am meisten beherzige ich wohl die Sache mit den Konflikten. Ich liebe Konflikte in Büchern! Meine Protagonisten müssen einige Steine aus ihrem Weg räumen, um ans Ziel zu kommen. Außerdem braucht der Text eine Melodie. Er muss fließen.

7.    Wie stark hat das Schreiben dich und dein Leben verändert?
Sehr. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Die größte Bereicherung ist das Lernen an der Sprache. Ich liebe Sprache, nicht nur die Deutsche. Dann kommen die vielen Kontakte zu wundervollen Menschen: Autoren, Lesern und Bloggern (manchmal sind sie all das gleichzeitig). Uns alle verbindet die Liebe zum geschriebenen Wort und zum Kino im Kopf. Ich möchte das nicht mehr missen! Außerdem habe ich endlich einen Kanal für meine vielen Ideen und Träume (übrigens auch Ängste) gefunden. Früher habe ich manchmal bedauert, dies und das nicht getan zu haben. Jetzt lasse ich es meine Protagonisten tun :-)

8.    Welches Buch kannst Du ganzheitlich empfehlen, bzw. hatte eine starke Wirkung auf dich?
Liebe Bianca, du stellst knackige Fragen! Ganzheitlich empfehlen? Ich nehme mal vier Bücher, die mir immer in Erinnerung sind, wenn ich an „gute Bücher“ denke: Die Einsamkeit der Primzahlen von Paolo Giordano, Die Bücherdiebin von Markus Zusak, Das war ich nicht von Kristof Magnusson, Die Teilacher von Michel Bergmann. Die haben mich alle beeindruckt, weil sie anders sind als andere Bücher und ich sie alle noch mal lesen würde. Der Puppenmörder von Petra Hammesfahr, weil es mein erstes Buch von ihr war und ich seither fast alle gelesen habe. Ich liebe ihre Bücher. Genauso wie die Bücher von Marian Keyes und Sophie Kinsella, bei denen ich auf dem Boden liege vor Lachen. Die lese ich aber nur auf Englisch. Ich finde deutsches Chicklit ziemlich kitschig.

9.    Welches Buch liegt derzeit auf deinem Nachttisch?
Ein ganzer Stapel Krimis von Petra Hammesfahr, in die ich immer wieder rein lese, wenn ich eine Inspiration für Sprache brauche. Der Hundertjährige… mit dem ich leider nicht weiterkomme. Ist nicht mein Buch. Ferne Tochter (war ein Rezensionsexemplar, hat mir gut gefallen), abgeferkelt von Andrea Hackenberg (lustig!), Jan Seghers (die Akte Rosenherz), habe ich abgebrochen. Zu viele Zufälle, das mag ich nicht so. Und noch ein paar andere, es sind so um die zwanzig Stück. Du siehst, ich lege eher immer noch was obendrauf, statt wegzuräumen. :-) Das letzte sehr amüsante Buch war „I’ve got your number“ von Sophie Kinsella, das ich leider im Urlaub lassen musste, weil der Koffer nicht mehr zuging.

10.    Ein fantastischer Gedanke: Eine liebe Person schenkt dir ein ganzes Jahr, was wirst du mit der gewonnenen Zeit tun?
Wenn ich so richtig viel Zeit hätte (ich stelle mir jetzt einfach mal vor, ich müsste nicht arbeiten gehen und auf keine Elternabende und diverse Mitgliederversammlungen), dann würde ich das Jahr dazu nutzen, meine zwei Romane zu beenden, mit meinen Jungs ins Phantasialand fahren, abends Radtouren machen, mich mit allen Freunden treffen, die ich ständig vernachlässige, den Garten hübsch machen, den Keller aufräumen, und richtig viele Lesungen geben. Obwohl ich ehrlich gesagt meine Arbeit auch nicht missen wollte. Hm. Also eigentlich finde ich mein Leben schon ziemlich gut, so wie es ist.


Kommentare:

  1. Hallöchen,

    "Hirnegespenster" ist wirklich ein ganz tolles Buch, ich selbst durfte es rezensieren und war absolut begeistert! Außerdem, wie man hier lesen kann, eine sehr sympathische Autorin :)

    Liebe Grüüße :)

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