Mittwoch, 15. Januar 2014

Abgeschnitten

Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
Verlag: Droemer
ISBN: 978-3426199268
 
Kurzbeschreibung:
Rechtsmediziner Paul Herzfeld findet im Kopf einer monströs zugerichteten Leiche die Telefonnummer seiner Tochter. Hannah wurde verschleppt – und für Herzfeld beginnt eine perverse Schnitzeljagd. Denn der psychopathische Entführer hat eine weitere Leiche auf Helgoland mit Hinweisen präpariert.
Herzfeld hat jedoch keine Chance, an die Informationen zu kommen. Die Hochseeinsel ist durch einen Orkan vom Festland abgeschnitten, die Bevölkerung bereits evakuiert. Unter den wenigen Menschen, die geblieben sind, ist die Comiczeichnerin Linda, die den Toten am Strand gefunden hat. Verzweifelt versucht Herzfeld sie zu überreden, die Obduktion nach seinen telefonischen Anweisungen durchzuführen. Doch Linda hat noch nie ein Skalpell berührt. Geschweige denn einen Menschen seziert …
(Quelle: Droemer)
 
Mein Leseeindruck:
Die Autoren Fitzek und Tsokos haben hier eine Art Thriller geschrieben ganz nach meinem Geschmack, nicht nur weil sich darin eine Botschaft verbirgt. Die Schriftsteller wollen nämlich nicht nur unterhalten, sondern ganz klar mitteilen, dass wir eine enorme Dysbalance in unserem deutschen Rechtssystem haben. Wo jemand, der ein Kind schändet, mit vergleichsweise milden Strafen davonkommt, aber Steuersünder, mit aller Schonungslosigkeit des Grundsatzes abstraft werden.
Der Rechtsmediziner Paul Herzfeld spielt darin die bedeutendste Rolle und was er dabei erleben muss, ist ungemein lesenswert. Er findet bei einer Leichenöffnung die Telefonnummer seiner eigenen Tochter Hannah im Kopf einer übelst zugerichteten Frauenleiche. Hannah wurde gekidnappt und der Entführer treibt ein böses Spiel mit dem Rechtsmediziner, denn er muss schnellstmöglich nach Helgoland, um weitere Hinweise zu bekommen. Dummerweise ist die Insel auf Grund eines Orkans vom Festland abgeschnitten.
Zeitgleich ängstigt sich die Comiczeichnerin Linda auf der Insel Helgoland. Ihr Exfreund Danny, vor dem sie auf die Insel floh, scheint sie aufgespürt zu haben.
Linda findet am Strand die Telefonnummer von Herzfeld und setzt sich mit ihm in Kontakt.
Um eben an die weiteren Informationen zu gelangen, die er so dringend für die Rettung seiner Tochter benötigt, bringt Herzfeld Linda dazu, ihre erste Obduktion mit seinen Anweisungen am Telefon durchzuführen.
Unheimlich spannend, allerdings auch äußerst unrealistisch, da ich mir nicht vorstellen, kann das im tatsächlich Leben ein Nichtmedizininer mir nichts dir nichts eine Leiche aufschlitzt, um Infos für einen fremden Menschen zu besorgen. Muss man sich aber auch nicht und es gibt keinen Grund diesen Thriller wegzulegen, bevor nicht die letzte Seite gelesen ist.
 
Fazit:
Grandioses Autorenteam! Ein Thriller mit Sogwirkung und minimalen Logik-Lücken.


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